Der Fahrtag am vergangenen Sonntag, dem 2. August 2026, wird den Eisenbahnfreunden Bebra e.V. noch lange in Erinnerung bleiben: Zum zweiten Mal, binnen diesen Jahres tauften wir ein Fahrzeug in Erinnerung und Würdigung um die Verdienste eines Mitgliedes.
Nachdem bereits zur Saisoneröffnung der Triebwagen „Biber-Blitz“ – in Erinnerung an den im November 2025 verstorbenen Ludwig Zindler – auf den Namen „Ludwig“ getauft wurde hatten sich am Sonntag viele Familienmitglieder, Freunde und Weggefährten von Manfred Reyer am Wasserturm versammelt. „Manne“ – wie er von fast allen nur genannt wurde – war im April verstorben und hinterlässt allerorten eine große Lücke.
Besonders die Eisenbahnfreunde Bebra e.V. und auch die Stadt Bebra sind ihm zu großem Dank verpflichtet: Die Stadt Bebra war es auch, die maßgeblich an der Gründung eines Vereins interessiert war um die verschiedenen Projekte rund um die Eisenbahn und deren Geschichte in Bebra zu entwickeln.
Bereits bei der Vereinsgründung im Jahr 1985 übernahm Manfred Reyer Verantwortung und wurde zum Zweiten Vorsitzenden gewählt, in dessen Funktion er bis ins Jahr 2021 wiedergewählt wurde. Nachdem er bereits 2003 zum Ehrenmitglied ernannt worden war, wurde er 2022 zum Ehrenvorsitzenden gewählt und nahm in dieser Funktion – solange es seine Gesundheit zuließ – nicht nur am Vereinsleben, sondern auch an den Fahrtagen und den Sitzungen des Vorstandes teil. Bis vor wenigen Jahren war er auch „erster Ansprechpartner“ für Sonderfahrten rund um den Wasserturm.
Die Entwicklung des Geländes rund um den Wasserturm, der Bau verschiedener Anlagen, der Feldbahn sowie deren Betrieb, Wartung und Instandhaltung waren ihm ein Herzensanliegen. Ohne sein Wirken würden nicht nur die Eisenbahnfreunde Bebra e.V., sondern allgemein auch die Stadt Bebra anders aussehen und viele positive Entwicklungen wären in dieser Weise nicht möglich gewesen.
Doch hinter jeder stark ehrenamtlich engagierten Person steht mindestens eine Partnerin oder ein Partner, eine Familie und viele andere Menschen, die es tolerieren und gutheißen, wenn man eben nicht zuhause ist – sondern sich und seine Zeit für Projekte oder andere Menschen einsetzt. Und oft ist es sogar so, dass dieses Engagement andere Familienmitglieder einschließt.
So war es auch im Fall der Familie Reyer, wo Manfreds Ehefrau Karin ebenfalls über viele Jahre eine ganz wichtige Stütze im Vereinsalltag war. Anfangs wurde beispielsweise der Kuchen- oder Waffelverkauf auf einem Klapptisch „unter freiem Himmel“ ausgerichtet – vom heute bekannten Kiosk oder dem festen Pavillondach wagte man damals noch nicht einmal zu träumen -, viele Fahrten begleitet und manches Mitglied ins Herz geschlossen. Um diese besonderen Verdienste von Karin Reyer zu würdigen erhielt sie die Ehrenmitgliedschaft des Vereins ausgesprochen.
Kurz nach der Enthüllung der Schriftzüge an der Lok 1 – welche seit Inbetriebnahme der Feldbahnstrecke im Jahr 1996 rund um Bebras Wahrzeichen den Wasserturm-Express zieht -, der Übergabe der entsprechenden Urkunde und Ansprachen durch Vorstand und Familie setzte sich dann auch der mit von Familie, Freunden und Weggefährten vollbesetzte vier Wagen lange Zug in Bewegung. Als Lokführer war dabei ein Vereinsmitglied aktiv, welches ebenfalls seit vielen Jahren der Familie freundschaftlich verbunden ist.
Ein weiteres Highlight des Fahrtages war ein durch ein Vereinsmitglied aufgearbeiteter sogenannter Schienenkuli der Firma Strüver aus dem Jahr 1960: Von dem mit einem kleinen Deutz-Motor ausgestatteten Lorengestell wurden von Mitte der 1930er bis Mitte der 1960er Jahre mehrere hundert Exemplaren gebaut und vorwiegend von kleineren Betrieben beschafft, für die die Anschaffung einer richtigen Lok zu kostspielig gewesen wäre oder deren Bedürfnisse mit dem Schienenkuli abgedeckt werden konnten. Das Fahrzeug befindet sich im Besitz des Hessischen Ziegeleimuseums Oberkaufungen und konnte dort bislang aufgrund verschiedener Umstände nicht aufgearbeitet und eingesetzt werden.
Nach der Aufarbeitung und kleineren Probefahrten in der Nähe von Kassel konnte der Schienenkuli nun – zunächst in Einzelfahrt, später gekuppelt mit einer einzelnen Kipplore – „auf Herz und Nieren“ getestet werden. Der Motor lief stets zur Zufriedenheit, es wurden keine Undichtigkeiten festgestellt, alle Werte lagen im Normbereich und es wurden gut 15 Kilometer binnen eines Zeitraums von etwa sechs Stunden abgespult.
Die Eisenbahnfreunde Bebra e.V. und ihre Gleisanlage stehen auch anderen Vereinen oder Privatpersonen und ihren Fahrzeugen gerne für Gasteinsätze zur Verfügung, Anfragen hierzu können an die Mailadresse ef-bebra@web.de gerichtet werden.
Der nächste Fahrtag der Eisenbahnfreunde Bebra e.V. ist dann der „Teddybärentag“ am Sonntag, dem 6. September. Kleine Fahrgäste, welche an jenem Tag ein Kuscheltier mitbringen, können dann eine Runde kostenlos mitfahren.

















